Rache! Rache!! Warum Du darauf verzichten solltest.
Rache

Rache! Rache! rief schon der Räuber Hotzenplotz. Rache ist Blutwurst! Rache ist süß! denken wir Erwachsenen. Sollte man diesem Impuls nicht nachgeben? Ein kleines bisschen wenigstens?

 

Schwere Konflikte – nehmen wir hier einmal als Beispiel, dass der Partner sich trennen will – bringen ja nicht unbedingt das Beste in einem hervor. Verletzte Gefühle und verletzte Eitelkeit rufen in Kombination mit dem Boden, der uns gerade unter den Füßen wegzogen wurde, mitunter seltsame Fantasien hervor. Wer gekränkt ist, will den anderen kränken. Wer unglücklich ist, will den anderen unglücklich sehen. Aug‘ um Auge, Zahn um Zahn!

 

  • Im günstigen Fall bleibt es bei der lustigen Vorstellung, dem oder der anderen drei Waschmaschinen, zehn Pizzas und am Sonntag morgen den Notklempner zu bestellen.
  • Im deutlich ungünstigeren Fall werden diese Späße umgesetzt, und noch Jahre später wird man sich dafür schämen. Der oder die andere wird dafür süffisant grinsen über diese kindischen Anwandlungen.
  • Wenn es schlimm wird, dann greifen unlustigere Maßnahmen: vielleicht werden im privaten oder beruflichen Umfeld Gerüchte oder Lügen in die Welt gesetzt. Vielleicht schaden wir uns auch selbst damit, aber das ist uns egal. Im Eskalationsstufenmodell von Glasl sind wir schon deutlich im roten Bereich angekommen, die Alarmglocken bimmeln. Das Verständnis der Freunde schwindet, sie schütteln den Kopf. Die Sympathiepunkte heimst der andere ein, egal, was zuvor vorgefallen ist.
  • Und wenn es dann ganz schlimm kommt, werden die Kinder instrumentalisiert.

 

Wir rechtfertigen unser Verhalten damit, dass wir uns das Verhalten nicht bieten lassen wollen. Wir wollen dem anderen zu verstehen geben: „Mit mir nicht, Freundchen!“ Wir wollen Gerechtigkeit wieder herstellen. Aber tun wir das damit wirklich? Und tun wir selbst damit einen Gefallen?

 

Always Take the High Road – 4 Gründe, diesen Weg zu nehmen

Take the High Road, sagen die Amerikaner. Mach das richtige, auch wenn es in dem Moment schwieriger, unbefriedigender, erwachsener ist.

 

  • Rache entwertet die Beziehung im Nachhinein. Rache kann das Bild, das wir von der Partnerschaft haben, auf Jahre verändern. Wer schon einige Beziehungen hinter sich hat weiß: wer sich im Moment der Trennung und in den Wochen und Monaten danach so verhält, dass er auf sich selbst stolz sein kann, der kann mit der Beziehung versöhnlich abschließen. Irgendwann kann man sagen: Es war schön, auch wenn es jetzt vorbei ist.
  • Rache macht Dich zu einem schlechteren Menschen. Denn Rache kann eine Dynamik in Gang setzen, die wir nicht mehr kontrollieren können. Denn was, wenn der Partner wiederum mit Rache reagiert? Lässt sich wunderbar verfolgen in dem bekannten Film Der Rosenkrieg. Und von Gandhi stammt das Zitat: Auge um Auge, und die ganze Welt wird blind sein.
  • Rache schadet denen, die wir schützen sollen: den Kindern. Was leben wir den Kindern vor? Eines darf man sich nicht einbilden: das man Rachespielchen treiben kann, ohne dass die Kinder davon etwas mitbekommen. Bestenfalls werden sie für ihr Leben etwas lernen: das Familie die Hölle sein kann und ihre Eltern Idioten. Schlimmstenfalls werden sie es jetzt oder später ihnen gleichtun.
  • Rache verstellt den Blick in die Zukunft. Denn wir sind nicht multitaskingfähig: wir können entweder Rachegedanken oder Zukunftspläne schmieden – nicht beides.

 

Die beste Rache ist keine Rache, sondern: Gut leben.

 

Friederike Matheis
November 25th, 2016 at 11:33 am

Liebe Sophie, dieser Blogartikel von Dir gefällt mir sehr gut! Nur bewusste Menschen fallen nicht auf diese starke, leidenschaftliche Kraft der Rachsucht rein. Und Bewusstheit entsteht daüber, dass wir Aufmerksamkeit geben. Und Aufmerksamkeit erreicht man unter anderem dadurch, dass wir über die Dinge sprechen. Und deshalb finde ich Deinen Blogartikel wertvoll! Merci.

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Umbruch by Hamburger Mediatorin - Sophie Löffler
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