Mediation mit Bürgerinitiative (nur leider nicht erwünscht)
Protestschild Bürgerinitiative BIO

Buchholz: Alles auf Anfang.

Mediation als Mittel zur konstruktiven politischen Entscheidungshilfe abgelehnt.

Durch Buchholz in der Nordheide fahren täglich 20.000 Fahrzeuge. Seit Jahren liegen Politiker und Bürger überkreuz, wie diese Situation verbessert werden kann.

 

CDU und FDP befürworten den sog. Ostring: eine Umgehungsstraße, die durch ein stadtnahes Erholungsgebiet führt.

 

Die Bürgerinitiative BIO (Bürgerinitiative Ostring) argumentiert unter anderem, dass eine Schnellstraße 1.) nicht zielführend wäre, weil der Anteil Durchgangsverkehr am Gesamtverkehr gar nicht so hoch wäre; 2.) eine für den Einzelhandel in Buchholz fatale Wirkung hätte; 3.) die Natur zerstört; 4.) zu noch mehr Verkehr anregt und man eher die öffentlichen Nahverkehrsmittel fördern sollte.

 

Nicht zu vergessen wird die Trasse über die Liegewiese des Freibads Buchholz geführt. Also des zukünftigen ehemaligen Freibads, denn das kann man dann wohl dichtmachen.

 

Die Bürgerinitiative BIO hat eine Reihe verschiedener Vorschläge unterbreitet, die in der Summe genauso eine Entlastung der Buchholzer Innenstadt herbeiführen sollen.

 

  •  Einrichtung von Kreisverkehren
  • optimierte Ampelsteuerungen
  • Verlängerung von Abbiegespuren
  • Optimierung der Fahrstreifeneinteilungen an Knotenpunkten
  • Schaffung ausreichender Parkmöglichkeiten in der Innenstadt
  • Einrichtung eines dynamischen Parkleitsystems
  • Vermeidung von Kfz.-Verkehr durch Stärkung des ÖPNV, Rad- und Fußverkehrs
  • Schaffung überdachter, sicherer Fahrradabstellmöglichkeiten am Bahnhof (Fahrradparkhaus, Fahrradstation etc.)
  • Bessere Abstimmung der Fahrpläne von Bus und Bahn
  • Verlegung ZOB und Treffpunkt in Bahnhofsnähe
  • Errichtung zusätzlicher Buslinien und/oder Optimierung der bestehenden Buslinien
  • Verkürzung der Bus-Taktung auf 15 oder 20 Minuten
  • Bau der Südtangente zwischen Kabenhof und Plaza-Baumarkt (oder alternativ durchgehend bis zur Einmündung des Steinbecker Mühlenwegs auf die Bremer Straße)
  • Schnellere Verwirklichung des Mühlentunnelausbaus
  • etc.

 

Übrigens: Die ersten Planungen zum Ostring stammen aus dem Jahr 1973 (!), als man noch von einem unendlich steigenden Individualverkehr ausging.

 

Die freundliche Mediatorin hat jahrelang an einer Straße mit 24.000 Fahrzeugen täglich gewohnt. Das ist ein Grund, warum ich da nicht mehr wohne – aber es ist eine Dimension, die man mit einer Reihe von intelligenten Maßnahmen in den Griff bekommen kann. Das ist natürlich mühsamer, als die eine große Maßnahme, von der man sich die eine große Lösung verspricht.

 

Bürgerentscheid und Bürgerbefragung haben ergeben, dass die Stadt gespalten ist. Das allein ist schlecht für eine Kommune, denn das vergiftet die Atmosphäre und wirkt sich so auf viele andere Bereiche aus.

 

Warum lehnen nun Fraktionen von CDU und FDP eine externe Mediation, die vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg empfohlen wurde, ab?

Viele Menschen legen Kompromisse als Schwäche aus. Wenn man an den Hebeln der Macht sitzt, soll man sich „durchsetzen“, „Sachen durchboxen“, „auf den Tisch hauen“.

 

Das ist nicht nur schade, das ist fatal für eine Gesellschaft. Am Ende setzen sich nicht die besseren Argumente durch, sondern das unnachgiebige Verhalten von Politprofis gegenüber den oft von Politlaien organisierten Bürgerinitiativen. Wer Kompromisse ablehnt, glaubt 100% im Recht zu sein – etwas mehr Demut würde so manchen gut stehen. Die Folgen sind bekannt: Politikverdrossenheit oder Radikalisierung.

 

Mediation wirkt! Auch bei Bürgerinitiativen!

Noch mehr Infos zur Bürgerinitiative Bio!

 

Die Gegenargumente der FDP Buchholz finden sich hier!

 

Foto: Manfred Peschel Hamburger Abendblatt


Umbruch by Hamburger Mediatorin - Sophie Löffler
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