Fastenzeit: Sieben Wochen nicht streiten
Fastenzeit: Sieben Wochen nicht streiten

Es ist wieder soweit: Fastenzeit! Der eine testet die Tragfähigkeit seiner persönlichen Beziehungen durch Verzicht auf Kaffee und/oder Schokolade und/oder Zigaretten, der andere testet seine Muskeln und Gelenke durch ein plötzlich wiedererwachtes Sportinteresse. Fleischfresser werden zu Vegetariern, Vegetarier werden zu Veganern, nur werden Veganer nicht zu Fleischfressern, der Kreis schließt sich nicht.

 

Von der freundlichen Mediatorin nun ein weiterer Vorschlag: Sieben Wochen nicht streiten. Sieben Wochen keine eloquenten Vorwürfe, kein beredtes Schweigen, kein dramatisches Augenrollen. Nichts. Freundliches Entgegenkommen, egal, was kommt.

 

Der langersehnte freie Nachmittag – ein Anruf, und er ist dahin. „Es tut mir so leid, aber im Büro… Du musst die Kinder doch abholen… ich weiß, Dein freier Nachmittag…“. Kein Problem. Der ebenso langersehnte Kinoabend allein – spätabends schläft die ganze Familie, aber die Küche sieht aus, als hätten die Hunnen gehaust. Kein Problem. Zum dritten Mal ist der Badeanzug im Schwimmbad liegen geblieben, und wer muss wohl (im März) einen neuen auftreiben, und zwar presto, denn der Schwimmkurs läuft? Kein Problem. Und das sieben Wochen lang. Was würde passieren?

 

 

In einer halbwegs funktionierenden Beziehung sollte man davon ausgehen, dass der andere einen tatsächlich nicht ärgern und quälen will und nun auch ohne Zutun ein schlechtes Gewissen hat. Insofern wäre nichts gewonnen, wenn man durch Vorwürfe oder Genervtsein die Stimmung noch zusätzlich verdirbt. Wenn aber der andere dieses sieben Wochen nun als Freibrief sieht (Oooo, ich kann machen was ich will, kein Gemecker mehr…), dann weiß man wahrscheinlich zu Ostern mehr über die Beziehung als man eigentlich wollte. Auch gut.


Umbruch by Hamburger Mediatorin - Sophie Löffler
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